Mobility setzt Wil unter Strom

Im Rahmen eines Pilotprojekts hat Mobility in Wil das gesamte Carsharing elektrifiziert. Zudem offeriert die Stadt allen Einwohnerinnen und Einwohnern ein Jahresabo von Mobility. Die langfristigen Ziele der Stadt sind ambitioniert.

13.04.2022

  • Mobility

Die Stadt Wil hat sich ein grosses Ziel gesetzt: Bis 2050 soll das gesamte Stadtgebiet klimaneutral sein. Damit dies klappt, sind unter anderem im MobilitĂ€tsbereich verschiedene Massnahmen geplant. So schenkt die Stadt derzeit allen Wilerinnen und Wilern ein Jahresabo bei Mobility. Wer bei der Aktion «Wil teilt» mitmacht, bezahlt ein Jahr lang keine GrundgebĂŒhren, sondern nur den effektiven Verbrauch. DarĂŒber freut sich auch die Key Account Managerin Magdalena Balogh: «Gemeinsam verfolgen wir mehrere Ziele: Wir wollen weniger Verkehr und weniger Zweitfahrzeuge auf unseren Strassen – dabei aber maximale mobile Freiheit ohne Verpflichtung.»

Ziel sei es, möglichst viele Einwohnende von geteilter MobilitĂ€t zu ĂŒberzeugen und so der Umwelt Gutes zu tun. Und der Anreiz zeigt Wirkung: Seit Beginn der Aktion im September 2021 ist die Zahl der Mobility-Abos in Wil von 350 auf ĂŒber 600 gewachsen. ZusĂ€tzlich nutzen 70 stĂ€dtische Angestellte die E-Fahrzeuge fĂŒr Dienstfahrten. «Wir sind zufrieden mit den ersten Ergebnissen», sagt deshalb Magdalena Balogh. «Wir konnten in Wil die schweizweit erste vollelektrische Mobility-Stadt eröffnen und haben seitdem ausschliesslich positive Reaktionen unserer User erhalten.» Die vergangenen Monate hĂ€tten gezeigt, dass eine «Elektrostadt» im Jahr 2022 bereits gut funktionieren könne. «Das bestĂ€rkt uns, dass wir mit unserer Strategie auf einem guten Weg sind.»

Wiler Stadtrat Andreas Breitenmoser und Mobility Key Account Managerin Magdalena Balogh an der Tankstelle von einem der 8 E-Mobility Car-Sharing Autos in Wil.
Wiler Stadtrat Andreas Breitenmoser und Mobility Key Account Managerin Magdalena Balogh an der Tankstelle von einem der 8 E-Mobility Car-Sharing Autos in Wil.

Probieren geht ĂŒber Studieren

Das Pilotprojekt ist Teil des Programms MONAMO Wil («Modellstadt fĂŒr nachhaltige MobilitĂ€t»), das vom Bundesamt fĂŒr Energie mitgetragen wird. Die Abokosten und der Grossteil der Ladeinfrastruktur werden von den Technischen Betrieben Wil (TBW) ĂŒbernommen. Stefan Grötzinger, Leiter Fachstelle Energie der Stadt Wil und treibende Kraft hinter dem Wiler Nachhaltigkeitspaket, erklĂ€rt: «FĂŒr das bĂŒrgerliche Wil mit einem hohen Motorisierungsgrad sind solche Angebote neu. «Wir sind stolz darauf, eine Modellstadt fĂŒr nachhaltige MobilitĂ€t zu sein.» Das eingeschlagene MONAMO-Programm mit der Dienstleistung «E-Mobility fĂŒr alle» fordere die ganze Bevölkerung auf, noch unbekannte Wege zu gehen. Die Stadt verfolge dabei bewusst den Ansatz «Probieren geht ĂŒber Studieren». Mit niederschwelligen Angeboten versucht sie, die Leute abzuholen und aufzuzeigen, dass ein nachhaltiger Lebensstil lustvoll sein kann.

VerÀnderung macht Spass!

«Das elektrische Carsharing passt perfekt zu Wil und hilft, unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen», sagt Grötzinger. Einfach wird es dennoch nicht. «Den Weg zur Netto-null-Gesellschaft schaffen wir nur mit VerhaltensĂ€nderungen.» Diese brĂ€uchten Zeit. Gerade bei der jĂŒngeren Bevölkerung mĂŒssten die Angebote zudem bezahlbar sein.
 

Im Rahmen der nachhaltigen MobilitĂ€t setzt Wil neben dem E-Carsharing auf einen On-Demand-Bus am Abend, der nur noch dorthin fĂ€hrt, wo es ihn braucht. NachtschwĂ€rmer bestellen ihn ganz einfach mit einer App zu einer virtuellen Haltestelle. Ein Velo-Heimlieferdienst bringt zudem EinkĂ€ufe nach Hause – und holt recycelbare AbfĂ€lle dort ab. Zudem können die Wilerinnen und Wiler E-Cargo-Bikes und GrossanhĂ€nger fĂŒr bis zu 140 Kilogramm schwere Fracht ausleihen. «Damit ambitionierte Projekte wie diese umgesetzt werden, mĂŒssen verschiedene Faktoren zusammenpassen», sagt Stefan Grötzinger. «Es braucht intrinsisch motivierte Partner und eine möglichst schlanke, aber starke Projektgruppe.» All das sei bei den erwĂ€hnten Projekten gegeben.
 

Auch Magdalena Balogh von Mobility findet nur positive Worte fĂŒr die Projektpartner aus der Stadt Wil: «Es braucht Mut und Durchhaltevermögen, dass Pionierprojekte zum Fliegen kommen. Hier war es ein Best-Case-Szenario: Unsere Ă€hnlichen Strategien hinsichtlich der Nachhaltigkeit, die hohe Motivation sowie das rekordverdĂ€chtige Tempo bei der Umsetzung zeigen, dass wir zusammen gut funktionieren.»

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