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Der selbstfahrende Shuttle als wertvolle Lektion

Der autonome Minibus "MyShuttle", den Mobility zusammen mit Partnern in Zug betreibt, hat seinen Dienst getan: Per Ende 2019 endet das Pilotprojekt. Das Fazit fällt durchmischt aus. Autonomes Fahren steht zwar vor einer blendenden Zukunft, im Stadtverkehr aber auch vor hohen Hürden.

Es war ein steiler Weg, bis der MyShuttle auf den Strassen Zugs unterwegs war. Schritt das Pilotprojekt nach seiner Lancierung im Jahr 2017 noch zügig voran, wurde es bald durch einen Lieferantenwechsel, zeitliche Aufwände für das Einholen von Bewilligungen sowie durch technologische Herausforderungen gebremst. Im vergangenen Januar dann jedoch der grosse Moment: Der selbstfahrende Bus verkehrte im Alltagsverkehr zwischen der Metalli und dem Bahnhof Zug – zuerst, um seine Umgebung zu kartografieren, dann mit Testpersonen an Bord und im Herbst für einen beschränkten Zeitraum frei nutzbar für die Öffentlichkeit.

"Wir wollten bewusst die Grenzen des Machbaren ausloten."

Adrian Boller, Projektleiter bei Mobility

Das wichtigste Ziel sei damit erreicht, freut sich Mobility-Projektleiter Adrian Boller: "Wir haben es geschafft, ein selbstfahrendes Fahrzeug in den Alltagsverkehr einer Stadt zu integrieren. Das ist eine Premiere für die Schweiz." Autos, Ampeln, Spuren, Kreuzungen oder Velofahrer waren nur einige der Faktoren, die das Unterfangen so herausfordernd machten. Selbstredend fuhren deshalb Sicherheitsfahrer mit, die bei Bedarf manuell hätten eingreifen können. "Wir wollten bewusst die Grenzen des Machbaren ausloten", führt Boller aus. "Dadurch hat Mobility wertvolle Erfahrungen für die Zukunft sammeln können. Wir wissen jetzt, was es heisst, selbstfahrende Autos zu betreiben, regulatorisch durchzubringen und technologisch voranzutreiben."

Sensorik und Vernetzung als Knackpunkte

Die Grenzen des Machbaren waren in einigen Punkten jedoch schneller erreicht, als es den Projektpartnern (SBB, Mobility, ZVB, Technologiecluster Zug und Stadt Zug) lieb war. So brachte insbesondere die Sensorik des Shuttles grosse Herausforderungen mit sich. Man müsse sich vorstellen, dass sie jede Bewegung auf und neben der Strasse registrieren würde – sogar fallende Schneeflocken. "Die Software muss dann in einem Wimpernschlag einordnen, was sie sieht, und entscheiden, wie sie reagiert. Also beispielsweise, ob das Fahrzeug nur leicht abbremsen oder einen Vollstopp hinlegen soll", weiss Boller. Da die entsprechende Technologie noch in einem frühen Entwicklungsstadium steckt, erreichte der Shuttle nur selten die gewünschte, stabile Geschwindigkeit. Ebenso unumgänglich ist es für die Zukunft, Infrastruktur wie Ampeln so zu konzipieren, dass sie mit Fahrzeugen kommunizieren kann. "Nur dann wird es möglich sein, selbstfahrende Angebote in urbanen Gebieten voranzutreiben."