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Fragen Sie den Leiter Strategische Projekte persönlich.im Inside Mobility.

Christoph Zeier, Leiter Strategische Projekte (Inside Mobility 30.05.2017)

von Rene Obrist

Ich möchte Ihnen gerne drei Fragen stellen:

Frage 1: Wie ich jeweils aus dem Geschäftsbericht entnehmen kann, steigert Mobility Ihre Tätigkeiten vermehrt in urbanen Regionen. Ich vermute, dass wir da zwei Geschwindigkeiten haben im Wachstum zwischen urbanen Regionen und ländlichen Regionen. Dies wiederum könnte dazu führen, dass eine landesweite Lösung sich in Richtung einer landesweite Insellösung urbaner Regionen entwickelt. Diese Tendenz wird noch verstärkt durch stationsungebundenes Carsharing, welches von Natur aus auf die jeweilige städtische Zone begrenzt ist. Ich befürchte, dass eine nicht in die Umgebung bzw. landesweite Topologie „verankerte“ Entwicklung Mobility angreifbar machen könnte (Beispiel Behörde einer Stadt könnte einfacher die Partnerschaft ändern, weil eine Wechselwirkung ins Umland oder landesweit individualverkehrseitig gar nicht berücksichtigt werden muss nur gegenüber dem ÖV Anschluss). Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Frage 2: In ländlichen Regionen ist der individual Verkehr ja stark ausgeprägt (ein jederzeit verfügbares Auto ist zum Teil notwendig oder gewünscht). Mobility als zukünftiger „nationalen Anbieter für individuelle Verkehrsdienstleistungen“ müsste als logische Schlussfolgerung auch in diesem Bereich verstärkt aktiv werden, um als führend zu gelten. Ausser es gibt keine entsprechende Dienstleistung welche im vergleichbaren Kostenrahmen den Nutzen eines Privat-Autos genügend abdeckt und ein zusätzlicher Mehrwert (Beispiel jederzeitig möglicher Fahrzeugwechsel mit ÖV Kombination oder kurz- bzw. längerfristige Auslagerung in Sharing-Pool als zusätzlicher Service bzw. bessere Ressourcen-Auslastung) erzeugen kann. Möglicherweise braucht es in ländlichen Regionen einfach ein anderes System als das traditionelle Carsharing (Beispiel wenn ein Standort nicht genügend ausgelastet ist: wenn nötig via ÖV ein Auto bei einer Nachbargemeinde holen und in seinem Gemeindezentrum zurückstellen Rückführung entfällt Fahrzeug ist am wahrscheinlichsten dort, wo es am meisten gebraucht wird und ÖV nahe. Kritische Menge von Einwohner kann so über mehrere Gemeinde erreicht werden)? Müssen wir warten auf selbstfahrende Autos (was noch Jahre oder Jahrzehnte gehen kann) oder gibt es auch in ländlichen Regionen gangbare Zwischenschritte, welche uns den Weg zu Diesem bereitet und entsprechende Marktvorteile durch frühzeitige Positionierung bietet?

Frage 3: Es ist ersichtlich das Ihr verschiedene Ansätze als Einzelprodukte oder Marken testet (das macht Sinn und ist auch bei einem Produktstart sicherer). Dabei werden verschiedene Produkte oder sogar Marken mit unterschiedlichen Diensten entstehen, welche möglicherweise nur begrenzt zusammen interagieren (Mehrnutzen durch Kombination) und die Ressourcen begrenzt nutzen können. Strebt Ihr auch an, die einzelnen Produkte bzw. Markten mit ihren vielfältigen Dienste wieder in Einem oder Wenige zu konsolidieren mit den entsprechenden zusätzlichen Freiheitsgraden (ein Auto ist ja ein Symbol von Freiheit und Universalnutzung) oder setzt Eure Produktstrategie zukünftig eher auf mehrere Produkte und Marken?

Christoph Zeier: Danke für Ihr Interesse an Mobility und Ihre ausführlichen Fragen. Gerne antworten wir wie folgt:

Damit unsere Kunden mit Carsharing ihr Privatauto lückenlos ersetzen können, ist eine enge Netzabdeckung wichtig. Deshalb ist Mobility in fast 90% aller Schweizer Ortschaften mit mehr als 5’000 Einwohnern präsent. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass 70% all unserer Standorte sich in Städten oder Agglomerationen befinden. Das liegt daran, dass Carsharing besonders gut im Zusammenspiel mit dem ÖV funktioniert, welcher in den Städten natürlich bestens ausgebaut ist. Dank dieser Kombination können unsere Kunden getrost auf ein Privatauto verzichten. Entsprechend gross sind die Wachstumsraten in den Städten.

Wir richten unser Angebot immer an der Nachfrage aus. Für einen Ausbau in kleinere Gemeinden unter 5’000 Einwohner ist die Nachfrage oft nicht genügend gross. Das liegt daran, dass im ländlichen Raum das Auto weiterhin einen hohen Stellenwert hat, um die Alltagsmobilität zu bewältigen.

Natürlich aber machen wir uns gleichzeitig Gedanken über Mobilitätsformen der Zukunft, die den ländlichen Raum miteinschliessen.

Wie bereits bei anderer Gelegenheit mit Ihnen persönlich diskutiert: Ihre Ideen sind nicht ganz neu, grundsätzlich sehr interessant und wir nehmen sie mit in unsere Betrachtung. Wir sind bereits heute mit Behörden auf verschiedenen Stufen sowie mit interessierten Investoren im Kontakt, um mögliche langfristige Hebel in Bewegung zu setzen. Hierbei versteht es sich von selbst, eine enge Verzahnung von unseren Produkten herbeizuführen – dies kann jedoch auch in Form von geeigneten strategischen Kooperationen passieren.

Wie immer bedanke ich mich bei Ihnen für den wertvollen Austausch – ich schätze Ihre Ideen sehr.

von Paul Schmid

Frage: Da breites Angebot an Fahrzeug-Typen. Wie steht es mit der Möglichkeit einer persönlichen Instruktion am Ort ?

Christoph Zeier: Danke für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an Mobility.

Wir versuchen, unseren Kunden die Funktionalitäten unsere Fahrzeuge bestmöglich zu erklären: Sie finden einen A5-Beschrieb im Handschuhfach eines jeden Autos sowie auf online auf unserer Website. Wir hoffen, dass damit Ihre wichtigsten Fragen geklärt werden. Falls nicht, dürfen Sie ungeniert unser 24h-Dienstleistungscenter 0848 824 812 anrufen –rund um die Uhr und auch per App oder Boardcomputer.

Auf persönliche Instruktionen vor Ort verzichten wir ganz bewusst, da wir uns auf gewisse Themenbereiche fokussieren möchten und da dies zudem organisatorisch nur schwer zu stemmen wäre.

Wir geben uns Mühe, die Kundeninformationen stetig zu verbessern und danken für Ihre Rückmeldung.

von Melanie Dias

Frage: An erster Stelle möchte ich ein grosses Lob für die exzellenten Dienstleistungen von Mobility aussprechen, sowie auch für die positive Geschäftsentwicklung der Firma. Sehe ich es richtig, dass Mobility in der Schweiz eigentlich keine wirklichen Mitbewerber hat? Catch a Car ist ja eine Tochtergesellschaft von Ihnen und an Sharoo sind sie beteiligt. Darf ich fragen, wieviel der Marktanteil von Mobility beträgt? Haben Sie Mal eine Erhebung bei Ihren Kunden durchgeführt, wo man auswerten konnte, warum man Ihre Dienstleistungen in Anspruch nimmt? Ob diese Kunden ihr privates Auto aufgrund von Einsparungen aufgegeben haben oder ob evtl. auch Nachhaltigkeitsgedanken dahinter stecken? Ich bin dabei eine Diplomarbeit über das Thema Carsharing/Nachhaltigkeit zu schreiben und wäre dankbar für Ihre Rückmeldung.

Christoph Zeier: Vielen Dank für Ihre Anfrage – wie ich gesehen habe, stehen Sie ja auch im Kontakt mit dem BFE.

In der Schweiz sind wir derzeit die einzige flächendeckende Carsharing-Anbieterin. Das heisst aber nicht, dass wir keine Konkurrenz haben: Es gibt vier Millionen Privatautos in der Schweiz, an denen wir uns messen. Zudem gibt es etablierte Mobilitätsmodelle (Car Rental) und es kommen immer neue Mobilitätsmodelle auf den Markt (z.B. Bikesharing oder Cargobikesharing).

Viele der von Ihnen nachgefragten Informationen finden Sie übrigens in unseren Publikationen (Geschäftsbericht, Studie).