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FOKUS

Die Welt ist kein Dorf,

nein, sie ist eine Stadt. Drei Viertel aller Menschen werden in gut 30 Jahren in urbanen Räumen leben. Auch die Schweiz sollte sich ob dieser Entwicklung sputen: Chancen und Risiken liegen nahe beisammen.

So stellt sich Mobility die Schweizer Stadt der Zukunft vor: verdichtet, effizient, lebenswert.

Fangen wir mit den nackten Zahlen an. Während vor 200 Jahren gerade einmal 3% der Weltbevölkerung in Städten lebten, sind es heute mehr als die Hälfte. Ein reissender Strom, der laut UNO nicht mehr aufzuhalten ist, und der bis ins Jahr 2050 in einer Quote von 70% mündet. Die Zahl an Megacities wie Schanghai, Karachi oder Istanbul wird in die Höhe schnellen, und mit ihnen die wirtschaftliche Bedeutung von Metropolen. So erbringen deren Top Ten schon bald 13% der globalen Wirtschaftsleistung, prognostiziert das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan. Wenig erstaunlich also, dass sich Städte dereinst auf machtpolitische Augenhöhe mit ganzen Staaten emporhieven dürften.

Der Ausbau der Infrastruktur entscheidet über Top oder Flop.

Mehr Jobs, Innovation und soziales Miteinander
Solch eine Entwicklung hat viele positive Seiten. Unzählige Arbeitsplätze entstehen, sodass sich sozial schwächeren Schichten bisher nicht gekannte Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Da im Berufsalltag im wahrsten Sinne des Wortes enger zusammengearbeitet wird, entstehen nicht nur innovative Produkte und Dienstleistungen, sondern auch eine neue kulturelle Vielfalt, die zu einem vorurteilsloseren und rücksichtsvolleren Miteinander führt. Hinzu kommt, dass Stadtbewohner für ihre Alltagsaktivitäten immer kürzere Verkehrswege zurücklegen müssen und hierfür vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.

Die Infrastruktur hinkt hinterher
Was passiert, wenn man diese Chancen nicht nutzt und dem Bevölkerungswachstum keinen nachhaltigen Infrastrukturausbau entgegensetzt, wird in unzähligen Städten auf dieser Welt sichtbar. Egal ob Energieversorgung, Verkehr, Wasser, Wohnen, Abfall oder Gesundheitssystem, vielerorts herrscht Chaos und purer Dichtestress. Autofahrer in Mexiko City beispielsweise stehen durchschnittlich 57 Minuten still – pro Tag! Die Wasserversorgung in Delhi hat ihren Namen nicht verdient, Peking erstickt manchmal in Smog, der den WHO-Grenzwert um ein 26-Faches überschreitet, und auch die globale Armutsschere klafft immer weiter auseinander. So wohnt heute jeder dritte Städter in einem Slum. Doch nicht nur Entwicklungsländer, auch Industrienationen haben Mühe, die rasanten Veränderungen mitzugehen. Gemäss einer Studie des Weltwirtschaftsforums rangieren die USA bezüglich ihrer Infrastruktur-Qualität weltweit nur noch auf Platz 25, schon dicht gefolgt von China. Die vorderen Plätze belegen Singapur, Finnland, Hongkong, Frankreich – und allen voran die Schweiz.

Schweiz: Zersiedelung statt Verdichtung
Allerdings würde unser Alpenland einen grossen Fehler machen, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Während in anderen Ländern längst in die Höhe und in die Tiefe gebaut wird, geht es in der Schweiz unaufhörlich in eine Richtung – die Breite. Noch immer stehen hierzulande grosse Wohnungen und Eigenheime samt Umschwung hoch im Kurs, sodass der Wohnraum pro Kopf kontinuierlich steigt: Während er 1980 noch 34 m2 betrug, sind wir heute bei 45 m2 angelangt. Unter dem Strich werden deshalb tagtäglich Grünflächen so gross wie acht Fussballfelder verbaut. Rechnet man das mit der Bevölkerungsprognose des Bundes (10,2 Millionen Einwohner im Jahr 2045) quer, läuten die Alarmglocken. So auch bei Stephan Sigrist, Leiter des Think Tanks W.I.R.E. (zum Interview): "Der Verlust von Erholungsräumen und Naturflächen mindert die Lebensqualität der Menschen beträchtlich. Eine der wirkungsvollsten Gegenmassnahmen liegt im verdichteten Bauen – nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land."

Tagtäglich werden in der Schweiz Grünflächen so gross wie acht Fussballfelder verbaut.

Smart Cities als grosse Chance
Als erstrebenswerte Vision der Zukunft gelten die sogenannten Smart Cities, also die intelligenten Städte, welche ganz auf Lebensqualität, geringen Ressourcenverbrauch, sozialen Austausch und Effizienz getrimmt sind. Ein zentraler Faktor für deren Erfolg sind Daten: Alles ist mit allem vernetzt, Sensoren messen Verkehrsaufkommen, Energie- und Wasserverbrauch, die Temperatur von Gebäuden oder die Luftqualität. Auch die Einwohner würden getrackt – nur, machen die da mit? Nicht bei allem, erkennen Technologieunternehmen mehr und mehr: Man darf die technologische Entwicklung nicht blindlings vorantreiben, sondern muss Menschen für seine Ideen gewinnen und mit Interessensvertretern an einen Tisch sitzen. In diesem Rahmen kann auch bestimmt werden, welche Daten wo zusammenfliessen und für welche Zwecke sie Verwendung finden.

Auch in der Schweiz machen sich immer mehr Städte Gedanken über ihr Dasein der Zukunft, beispielsweise die Interessengemeinschaft Smart City, der Winterthur, Basel, Zürich, St. Gallen und Genf angehören. Es bleibt zu hoffen, dass sie Wege finden, die uns in eine nachhaltige, smarte, effiziente Zukunft führen. Schliesslich sollen auch künftige Generationen unter guten, attraktiven Lebensbedingungen in Städten leben können.

Hätten Sie’s gewusst?
Mobility baut ihr Angebot vor allem in urbanen Gebieten kontinuierlich aus: Sieben von zehn Standorten befinden sich in Städten oder Agglomerationen. Sämtliche Schweizer Gemeinden mit über 10’000 Einwohnern, aber auch 85% aller Gemeinden mit über 5’000 Einwohnern verfügen über mindestens einen Carsharing-Standort.