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KUNDEN ERZÄHLEN

"Ich sehe mich als Geschichtenerzähler"

In Stephan Hille pochen drei Herzen: ein deutsches, ein helvetisches und ein russisches. Der Print-, TV- und Video-Journalist über Schicksalswendungen, Minsker Essig und rote Pässe.

Journalist Stephan Hille in seinem geliebten C3.

In Ihrem E-Mail-Disclaimer steht: "Wo ein Hille, ist auch ein Weg". Ein witziges Wortspiel.
Ich sehe darin weniger ein Wortspiel als das Credo meiner Arbeit. Ich möchte damit auch meinen Auftraggebern signalisieren: Für eine Geschichte gebe ich alles.

Geschafft haben Sie auch den Studienabschluss in "Russian & Post-Soviet Studies". Wie kamen Sie denn auf ein solch aussergewöhnliches Fachgebiet?
Ich wollte schon immer Journalist werden, ohne jedoch Journalismus studieren zu müssen. Eine Spezialisierung fand ich spannender. Meine Begeisterung für Russland entfachte sich einerseits an den legendären Fernsehbeiträgen Gerd Ruges, der über Gorbatschow und die Perestroika berichtete. Andererseits nahm ich als Zivildienstler an einem Kulturaustausch in Minsk teil, also in der damaligen Sowjetunion. Ich verstand kein Wort Russisch. So kam es, dass ich vor lauter Durst fälschlicherweise aus einer Flasche Essig trank. Ein guter Grund mehr, die Sprache zu lernen.

"Menschen, ihre Träume und Schicksale berühren mich."

Stephan Hille

Ihre Mühen zahlten sich aus: Sie wurden 2000 von der "Weltwoche" als Korrespondent nach Moskau geschickt.
Und bereits wenige Monate später entlassen, weil Roger Köppel das Ruder übernahm und die Zeitschrift nach rechts rückte. Zuerst war es ein Schock, aber heute bin ich ihm dankbar. Ansonsten wäre ich wohl nie beim Fernsehen gelandet – und hätte kaum sieben Jahre in Moskau verbracht.

Heute wohnen Sie mit Ihrer Frau in Zürich und sind freischaffend. Weshalb dieser Bruch?
Ich schätze Abwechslung und geniesse es, nicht mehr über Tagespolitik zu berichten, sondern über Menschen, deren Träume und Schicksale. Ich sehe mich als Geschichtenerzähler. Beispielsweise in meinem Film "Ueli Maurers Pommes-Frites-Automat". Er handelt von der wahren Geschichte eines Kartoffelbauers, der unbeirrt und entgegen allen Widerständen seine Geschäftsidee umsetzt. So etwas berührt mich.

Apropos Widerstände: Fühlen Sie als Deutscher solche in der Schweiz?
Wissen Sie was? Seit kurzem hat Ihr Land einen Schweizer mehr, aber keinen Deutschen weniger (lacht). Ich besitze den roten Pass. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Ich fühle mich pudelwohl hier, empfinde die Schweizer als offen. Jeder Deutsche, der jammert, er finde keinen Anschluss, soll sich zuerst selber hinterfragen.

Wie kamen Sie eigentlich auf Mobility?
Mein eigenes Auto blieb auf dem Weg zu einer Beerdigung liegen. Da dachte ich: Es muss doch eine bessere Lösung geben. Diese habe ich in Mobility gefunden. Es ist toll, dass ich mich um nichts kümmern muss. Ausserdem habe ich mein Lieblingsauto, den C3, praktisch vor der Nase. Dass den ja niemand anderes bucht …