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FOKUS

Hände hoch, die Selbstfahrenden sind da!

Autonome Fahrzeuge, eine ferne Zukunftsvision? Von wegen! Bereits in wenigen Monaten rollen dank Mobility selbstfahrende Shuttles im öffentlichen Verkehr der Stadt Zug. Wir werfen einen genaueren Blick auf dieses innovative Projekt – und auf die Entwicklungen jenseits des helvetischen Tellerrands.

Arbeiten, surfen, faulenzen: Es kommt die Zeit, da man getrost auf das Lenken eines Autos verzichten kann.

Industrialisierung und Technologisierung haben die letzten drei Jahrhunderte entscheidend geprägt. Sie brachten Dinge hervor, ohne die unser modernes Leben kaum mehr vorstellbar wäre. Oder könnten Sie auf Strassen-, Schienen- und Luftverkehr, Ihren Computer oder Ihr Mobiltelefon verzichten?

"Wenn jemand weiss, wie man Fahrzeuge intelligent teilt, dann wir."

Patrick Marti, Geschäftsführer Mobility Genossenschaft

So selbstverständlich wir diese Dinge heutzutage nutzen, so schnell geht vergessen, dass ihnen zu Beginn bestenfalls Ungläubigkeit entgegenschlug. Kaiser Wilhelm II. war sich sicher, dass das Automobil bloss eine vorübergehende Erscheinung sei. "Ich glaube an das Pferd", liess er verlauten. In der langen Sicht ebenso falsch lag 1943 Thomas Watson (IBM-Vorsitzender) mit seiner Prognose, der Weltmarkt für Computer liege bei fünf Stück; und der Telekom-Chef spottete noch 1990: "Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks. Wir sehen darin keine Zukunft."

Mobility sieht riesiges Potenzial
Zugegeben: Vorherzusehen, welche Innovationen dereinst die Welt verändern und welche sang- und klanglos wieder von der Bildfläche verschwinden, ist enorm schwierig. Ein Weg scheint jedoch vorgezeichnet: jener der autonomen Autos. "In der Schweiz wird es in nicht allzu ferner Zukunft völlig normal sein, per Knopfdruck ein selbstfahrendes Fahrzeug zu bestellen und sich zum gewünschten Ziel chauffieren zu lassen", ist Mobility-Geschäftsführer Patrick Marti überzeugt. Gerade wenn diese Fahrzeuge als Sammeltaxis eingesetzt werden, eröffnen sich dem Konzept des Carsharings neue Dimensionen. Entsprechend gross sei Mobilitys Interesse an der Technologie, erklärt Marti. "Wir wollen in der Schweiz die Vorreiterrolle einnehmen und verschiedene Pilotprojekte vorantreiben. Denn wenn jemand weiss, wie man Fahrzeuge intelligent teilt, dann wir."

Zwei Shuttles im Stadtverkehr von Zug
Ein erster Meilenstein ist das Pilotprojekt in der Stadt Zug, das die Genossenschaft kürzlich mit verschiedenen Partnern, darunter der SBB, lanciert hat. Ab Sommer dieses Jahres werden zwei selbstfahrende Shuttles im bestehenden Verkehrs- und ÖV-Netz unterwegs sein – ein Novum in der Schweiz. Die elektrisch betriebenen Kleinbusse namens "Olli" sind mit modernen Sensoren und Kameras ausgestattet, die blitzschnell verschiedene Parameter wie Abstand, Geschwindigkeit oder Bewegungen im Umfeld erfassen. Um den bis zu acht Fahrgästen grösstmögliche Sicherheit zu garantieren, ist stets eine Begleitperson mit an Bord, die im Notfall manuell eingreifen kann. "Das zweijährige Projekt erlaubt uns, zu lernen und alltagsnahe Erfahrungen zu sammeln. Insbesondere möchten wir herausfinden, was es an Hardware, Infrastruktur und digitaler Integration braucht, um solch ein Angebot erfolgreich zu betreiben", erklärt Marti. Dabei kämen verschiedene Modelle zum Einsatz: Während zum Start fixe Haltestellen eingeplant sind, sollen die Fahrzeuge schlussendlich genau da hinfahren, wo sich der Fahrgast gerade befindet – eine Art Abholservice also.

Die Hersteller im Wettlauf
Produziert wird der Olli von der Berliner Firma LocalMotors, welche natürlich längst nicht die einzige Herstellerin ist, die auf autonome Fahrzeuge setzt. Inspiriert von Pionier Google wittern fast alle Marken – egal ob VW, BMW, Renault, Mercedes, Toyota, Porsche oder Tesla – das grosse Geschäft und investieren, was das Zeug hält. Während die meisten ihre Projekte im Geheimen vorantreiben, geben sich andere, beispielsweise Volvo, offensiver. Noch dieses Jahr will das schwedische Unternehmen 100 selbstfahrende Autos im alltäglichen Pendlerverkehr Göteborgs einsetzen, derweil die Japaner die Serienreife von autonomen Autos auf die Olympischen Spiele 2020 hin planen. Wer übrigens denkt, dass die Mobilität der Zukunft ausschliesslich am Boden stattfindet, sieht sich getäuscht: Voraussichtlich ab Sommer düsen selbstfliegende Personen-Drohnen durch die Lüfte Dubais.

Studien zeigen, dass es dank selbstfahrenden Fahrzeugen über 80% der städtischen Privatautos nicht mehr bräuchte.

Eine Chance für die Umwelt …
Klar, autonome Gefährte werden die Strassen nicht von heute auf morgen erobern. Was aber, wenn sie dereinst flächendeckend im Einsatz stehen? Das Internationale Transportforum der OECD hat anhand der Stadt Lissabon verschiedene Szenarien simuliert und kennt die Antwort: Ein Zehntel aller Stadtautos würde ausreichen, um die heutige Mobilität der Einwohner sicherzustellen. Zu ähnlichen Resultaten gelangen amerikanische Studien – und schlussfolgern, dass es so deutlich weniger Verkehr und Staus gäbe und die Umweltbelastung eklatant gesenkt werden könnte.

… und für die Reisenden
Auch Passagiere profitieren. Zeitlich, weil sie sich anderen Dingen widmen können als dem Lenken; monetär, da der Fahrpreis mit anderen Passagieren geteilt werden kann und da ein eigenes Auto für viele überflüssig werden dürfte; und sicherheitstechnisch, weil selbstfahrende Autos ständig miteinander kommunizieren und Gefahren frühzeitig erkennen. Die Wirtschaftsberatung Oliver Wyman rechnet vor, dass sie zehnmal seltener in Unfälle verwickelt sein werden als personengesteuerte. Gute Gründe, sich auf diese technologische Innovation zu freuen, oder? Wir von Mobility tun es auf jeden Fall.