Ihr Browser ist veraltet und wird nicht mehr unterstützt. Zur fehlerfreien Betrachtung dieser Webseite benötigen Sie einen aktuellen Browser. Bitte führen Sie ein Upgrade auf einen moderneren Browser aus. Besten Dank.
Chrome Internet Explorer Safari Firefox

NACHGEFRAGT

Der mit dem Blick fürs Wesentliche

Ein Kugelschreiber, zwei Hosen, Computer, Handy, sieben Hemden, ein Messer, ein Löffel und eine Gabel. Viel mehr braucht Alan Frei nicht, um sich pudelwohl zu fühlen. Wir haben den 34-jährigen Unternehmer in Zürich getroffen.

Alan Frei mit seinem Hab und Gut.

Alan Frei, einst besassen Sie noch 500 Dinge, aktuell sind es 119. Wo liegt Ihr Ziel?
Ich verfolge keine fixe Zahl, sondern durchlaufe verschiedene Phasen. Am Anfang war es einfach: kaputte und unnütze Dinge? Weg damit! Dann, vor drei Jahren, verpackte ich versuchshalber den meisten Hausrat im Estrich. Und wissen Sie was? Aus den Augen, aus dem Sinn! Ich brauchte ihn nicht mehr.

"Mein Lebensstil ist keine Konsumkritik, sondern Streben nach Glück."

Alan Frei

In welcher Phase befinden Sie sich denn heute?
Heute überlege ich mir sehr genau, was ich brauche, um glücklich zu sein. Das Letzte, für das ich keine Verwendung mehr sah, war mein kleiner Löffel. Man kann Joghurts auch prima mit dem grossen essen.

Sie reden von Glück. Ist das Ihr innerer Antrieb?
Genau. Ich will ein möglichst einfaches Leben führen. Je besser mir das gelingt, desto freier und unabhängiger fühle ich mich.

Ich kann mir vorstellen, dass die praktische Umsetzung dieser Erkenntnis für Ihr Umfeld erklärungsbedürftig war.
Natürlich, aber meine Freunde haben sie rasch akzeptiert. Meine Familie eigentlich ebenso, wobei mir meine Mutter bis heute Utensilien wie Pfannen unterjubeln will. Bisher konnte ich mich jedoch erfolgreich dagegen wehren (lacht).

Wie ist die Idee des Wenigen in Ihnen gewachsen?
Ich bin in einem Haushalt gross geworden, in dem es an nichts mangelte. Mit meinen Ideen wollte ich mich einerseits abnabeln, fand damit andererseits aber auch Zuspruch von Gleichgesinnten. Endgültig klick machte es nach dem Tod meines Vaters: Bei der Räumung des Hauses haben wir Dinge entsorgt, welche über Jahrzehnte nicht gebraucht wurden. Da wusste ich: Ich bin auf dem für mich richtigen Weg.

Geht es Ihnen dabei auch um die Schonung der Umwelt?
Ich lebe eigentlich wie jeder andere, kann auch gut mal über die Stränge schlagen. Mein Lebensstil ist daher keine Konsumkritik und hat nichts mit Umweltschutz zu tun, sondern ausschliesslich mit meinem persönlichen Streben nach Glück.

Welche Rolle spielt dabei mediale Aufmerksamkeit? Sie geben ja regelmässig Interviews.
Keine. Natürlich bin ich extravertiert, aber es war nie mein Plan, mich eines Tages im Fernsehen zu sehen. Das hat sich einfach so ergeben.

Letzte Frage: Ich bin bei Ihnen zum Essen eingeladen. Was bringe ich mit?
Besteck und Teller. Für alles andere ist bestens gesorgt.

Mehr über Alan Frei: www.alanfrei.com