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Das Jahrhundertbauwerk04.05.2016

17 Jahre lang wurde gesprengt, gebohrt, gebaut, verkabelt, abgedichtet, ausgerüstet und veredelt. Jetzt ist er fertig, der Eisenbahntunnel am Gotthard, der längste der Welt. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen dieses gigantischen Bauprojekts – und verlosen 200 Tickets für dessen grosse Eröffnungsfeier.

Die Schweiz gehört wegen ihrer zentralen Lage zu den wichtigen Güterverkehrsachsen Europas. Jährlich durchqueren 26 Millionen Tonnen Fracht unsere Alpen, wovon ein Grossteil von den Nordsee-Häfen in Richtung Süden transportiert wird.Endlose Kolonnen von Lastwagen, die sich durch Schweizer Landschaften quälen? Nein, entschied die helvetische Bevölkerung in mehreren Abstimmungen, und sprach sich für deren Verlagerung auf die Schiene aus. Kernelement dieser sogenannten NEAT bildet der Gotthard-Basistunnel, welcher die alte Zugstrecke über den Gotthard ablöst. 17 Jahre nach seinem Spatenstich ist er nun vollendet und bringt dem Güterverkehr viele Vorteile: Längere und schwerere Zugkompositionen dürfen ihn durchfahren, die Kapazität erhöht sich um 80 auf maximal 260 Güterzüge pro Tag und die Fahrzeit ist kurz. Oder in anderen Worten: Die Schiene ist so effizient und konkurrenzfähig wie nie zuvor und wird – so ist zu hoffen – den Alpenraum nachhaltig entlasten.

Mehr Züge, weniger Fahrzeit
Davon profi tiert nicht nur der Waren-, sondern auch der Personenverkehr. Bahnreisende flitzen mit bis zu 200 Stundenkilometern durch den Berg und sparen (je nach Startpunkt) bis zu einer Dreiviertelstunde an Fahrzeit. "Die Deutschschweiz, das Tessin und die Lombardei rücken näher zusammen", bekräftigt Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr. "Das wird die Nachfrage massiv vergrössern." So rechnet die SBB in den nächsten zehn Jahren mit einer Verdoppelung der Reisenden. "Wir erwarten 15’000 Personen täglich. Um dies bewältigen zu können, fahren wir im Halbstundentakt und ab 2020 mit zusätzlichen neuen Giruno-Zügen", führt Pilloud aus.

Der Bau, ein Kraftakt
All dies möglich gemacht haben tausende von Mineuren. Mit gewaltigen Bohrköpfen durchbrachen sie Gesteinsschicht für Gesteinsschicht, von bröseligem Sediment bis zu knallhartem Granit, bis der Durchbruch der 57 Kilometer langen Röhre Tatsache war — eine wahre Jahrhundertleistung! Die Länge ist jedoch nicht der einzige Weltrekord, den der Gotthard sein eigen nennen darf: Bis zu 2’300 Meter Fels türmen sich über ihm, was ihn zum am tiefsten unter Tag liegenden Eisenbahntunnel macht. Diese Dimensionen erklären auch, weshalb die Betreiber ein spezielles Augenmerk auf die Sicherheit legen. Zwei richtungsgetrennte Röhren schliessen Kollisionen aus, Detektionsanlagen überprüfen die fahrenden Züge vor dem Eintritt in den Tunnel auf heissgelaufene Achsen oder Schwelbrände. Zudem kontrolliert ein spezielles System permanent die Fahrt und die Reaktionen des Lokführers.

Meisterleistungen bereits im 19. Jahrhundert
Undenkbar waren derartige technische Hilfsmittel im Jahre 1882, als der erste Gotthard-Tunnel eröffnet wurde. Er galt zu seiner Zeit als Paradebeispiel für Ingenieurs- und Vermessungskunst und war somit ein würdiger Vorgänger des heutigen Bauwerks. Weniger rühmlich waren die damaligen Arbeitsbedingungen, unter denen viele Mineure zu leiden hatten: Sie litten unter schlechten Arbeits- und Hygienebedingungen. Zugleich setzte der Tunnel der Arbeit der Säumer ein Ende, welche während Jahrhunderten Salz, Öl, Stoffe, Wein und andere Güter über den Gotthard transportiert hatten. Der Fortschritt war nicht aufzuhalten.

Grosse Sause
Am Wochenende des 4. und 5. Juni 2016 steht der grosse Publikumsanlass am Nord- und am Südportal an, welcher die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels gebührend feiert. Interessante Ausstellungen, kulinarische Köstlichkeiten, tolle Shows und Fahrten durch den Basistunnel werden Jung und Alt begeistern.

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