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┬źIch, der rote Opel Kadett von 1987┬╗

Ich freue mich, hier das Wort zu haben. Denn immerhin bin ich das erste Fahrzeug von Mobility, oder genauer gesagt der damaligen Auto Teilet Genossenschaft (ATG). Ich habe weiss Gott viel erlebt in meinen ├╝ber 30 Jahren. Einige meiner denkw├╝rdigsten Erinnerungen teile ich gerne mit euch, liebe Leserinnen und Leser.

09.09.2020

  • Mobility

Meine ersten Carsharing-Monate im Jahr 1987 waren einsam. Ich kurvte in der Zentralschweiz herum, geteilt und gefahren lediglich von den acht ATG-Gr├╝ndern. Sie machten aus mir ┬źein Fahrzeug statt ein Stehzeug┬╗, wie mir Gr├╝ndungsvater Conrad Wagner erkl├Ąrte. Umweltmotive und Nachhaltigkeit standen zuvorderst. Drei Jahre sp├Ąter z├Ąhlte ich bereits 38 rote Kollegen, womit ich Teil einer richtigen Flotte wurde. Wenn ich daran denke, dass ┬źmeine┬╗ Mobility heute ├╝ber 3╩╝100 Fahrzeuge an 1╩╝500 Standorten umfasst, welche von ├╝ber 220╩╝000 Menschen in der ganzen Schweiz bewegt werden, kann ich mir einen Freudenhuper nicht verkneifen. Nat├╝rlich ÔÇô ich selbst bin l├Ąngst pensioniert, beobachte die Szenerie aus meiner Garage, aber wach und mit gr├Âsstem Interesse.

Vom Papier zur App

Wer mich in den Anf├Ąngen fahren wollte, trug seine Reservation von Hand in eine Liste ein und notierte die gefahrenen Kilometer in ein Bordbuch. Auch die Sache mit den Schl├╝sseln war aufwendig: Sie hingen in einem Kasten an der Hauswand, f├╝r den wiederum separate Schl├╝ssel n├Âtig waren. Kompliziert, hm? 1993 wurden dann telefonische Reservationen m├Âglich, um die Jahrtausendwende Internetreservationen. Wer meine Flotten-Kameraden heute reservieren will, tippt ganz einfach auf sein Handy-Display. Sogar Bluetooth-├ľffnungen sollen neu bald m├Âglich sein. Ich muss schon sehr aufpassen, dass ich in meinem Alter mit all diesen Digitalisierungsschritten mitkomme; aber immerhin heisst ÔÇ×KadettÔÇť so viel wie ┬źehrenamtlicher Helfer bei der Verkehrsregelung┬╗ ÔÇô und das verpflichtet!

Papier und Handarbeit pr├Ągten in den Anf├Ąngen das Reservationswesen.

Von ATG zu Mobility

Ab April 1997 trugen meine Kollegen den Schriftzug ┬źMobility┬╗ auf den Kotfl├╝geln, ein Name, der mich von Anfang an begeistert hat. Die Genossenschaft entstand aus der Fusion zwischen der ATG und der Z├╝rcher ShareCom, welche zeitgleich ein Carsharing-Modell gestartet hatte. Das eindr├╝ckliche ┬źStartkapital┬╗ umfasste deshalb 700 Fahrzeuge und 17╩╝400 Kunden.

Die ShareCom pr├Ąsentiert sich als fr├Âhliche Genossenschaft mit der ├ťberzeugung "teilen statt besitzen".

Vom Solo-Auftritt zur Vernetzung

Wie erw├Ąhnt war ich in der Pionierzeit f├╝r einige Monate alleine f├╝r die ATG unterwegs. Unter ┬źMobility┬╗ starteten meine Eigner tragende Kooperationen mit grossen ┬źPlayern┬╗, wie man heute sagt. ┬źVernetzung┬╗ wurde zur tragenden Strategie-Vokabel. So entstand 1998 in Zusammenarbeit mit der Migros das Business Carsharing, und mit der SBB wurde 2006 das Angebot ┬źClick & Drive┬╗ lanciert, welches ganz ohne Abo funktioniert. Weitere Kooperationspartner mit klingenden Namen sind etwa der Tarifverbund Libero, Schweizer Universit├Ąten und Hochschulen oder der Swisspass der ├ľV-Branche. Mich als Oldtimer macht diese erfolgreiche Entwicklung stolz. Ich h├Ątte direkt Lust, nochmals mitzumachen und mein Gaspedal gedr├╝ckt zu bekommen!

Vom Benziner zum E-Car

Lange wurde ┬źmeine┬╗ Flotte mit Benzin oder Diesel ├╝ber Stadt und Land bewegt. ┬źElektro┬╗ und ┬źHybrid┬╗ waren allenfalls Stichworte in einer Langzeitvision. Doch inzwischen ist alles anders. Bereits 2011 nahm Mobility zusammen mit m-way, SBB und Siemens Elektroautos in Betrieb ÔÇô also jene Kollegen, die man nicht mehr h├Ârt und die emissionslos unterwegs sind. Und jetzt der Hammer: Bis sp├Ątestens in zehn Jahren wird es bei Mobility nur noch E-Autos geben. Damit wird die Umwelt geschont und in Nachhaltigkeit investiert. Eine tolle Vision! 

Auch brachte ich fast meine Heckklappe nicht mehr zu, als ich erfuhr, dass es jetzt Minibusse gibt, die so smart sind, dass niemand mehr ihr Lenkrad zu ber├╝hren braucht. Solch selbstfahrenden Fahrzeugen solle die Zukunft geh├Âren. Im Jahr 2017 hat meine Eigent├╝merin mit Partnern wie der SBB ein Pilotprojekt mit autonom fahrenden Autos in Zug gestartet. Fazit: Noch ist ihre Zeit nicht gekommen. Mit Betonung auf ┬źnoch┬╗.

Von der Pionierin zur Innovationstreiberin

Ich musste viele Englisch pauken, um beim stetigen Angebotsausbau von Mobility ├á jour zu bleiben. Ihre Innovationskraft ist so eindr├╝cklich, dass es mir hin und wieder den Auspuff sch├╝ttelt. Beispiele gef├Ąllig? ┬źMobility-Flex┬╗ f├╝r die Er├Âffnung von Carsharing-Standorten auf Bestellung, ┬źPoolcar-Sharing┬╗ f├╝r Businesskunden mit eigener Fahrzeugflotte, ┬źMobility-Go┬╗ f├╝r stationsungebundenes Carsharing im Freefloating-System oder ┬źOne-Way┬╗ f├╝r Einwegfahrten von Stadt zu Stadt. Eigentlich gibt es hier nichts mehr, das es nicht gibt.

┬źWer teilt, hat mehr.┬╗

Bei aller Innovation und den permanenten Digitalisierungsprozessen: Meine Besitzerin ist ihren Gr├╝nderwerten treu geblieben. Das damalige Credo der ShareCom ┬źteilen statt besitzen┬╗ ist heute genauso aktuell wie damals. Nachhaltige, verkehrs- und kostenreduzierende Mobilit├Ątsl├Âsungen stehen auch in Zukunft stark im Fokus. So ersetzt jeder meiner Urenkel, also jedes Mobility-Auto, elf Privatautos. Zudem spart jeder Nutzer CHF 4╩╝000 Franken gegen├╝ber einem Privatauto. Der Genossenschafts- und damit auch der Community-Gedanke ist nach wie vor topaktuell. Und wenn die Menschen das Teilen von Autos verst├Ąrkt als Lifestyle wahrnehmen, glaube ich: Das sind sch├Âne Aussichten.

 

Dein Opel Kadett von 1987.

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