Der selbstfahrende Shuttle als wertvolle Lektion

Der autonome Minibus ┬źMyShuttle┬╗, den Mobility zusammen mit Partnern in Zug betreibt, hat seinen Dienst getan: Per Ende 2019 endete das Pilotprojekt. Das Fazit f├Ąllt durchmischt aus. Autonomes Fahren steht zwar vor einer blendenden Zukunft, im Stadtverkehr aber auch vor hohen H├╝rden.

02.09.2020

  • Zukunft

  • Mobility

Es war ein steiler Weg, bis der MyShuttle auf den Strassen Zugs unterwegs war. Schritt das Pilotprojekt nach seiner Lancierung im Jahr 2017 noch z├╝gig voran, wurde es bald durch einen Lieferantenwechsel, zeitliche Aufw├Ąnde f├╝r das Einholen von Bewilligungen sowie durch technologische Herausforderungen gebremst. Im  Januar 2019 dann jedoch der grosse Moment: Der selbstfahrende Bus verkehrte im Alltagsverkehr zwischen der Metalli und dem Bahnhof Zug ÔÇô zuerst, um seine Umgebung zu kartografieren, dann mit Testpersonen an Bord und im Herbst f├╝r einen beschr├Ąnkten Zeitraum frei nutzbar f├╝r die ├ľffentlichkeit.

« Wir wollten bewusst die Grenzen des Machbaren ausloten. »
Adrian Boller, Projektleiter bei Mobility

Das wichtigste Ziel sei damit erreicht, freut sich Mobility-Projektleiter Adrian Boller: ┬źWir haben es geschafft, ein selbstfahrendes Fahrzeug in den Alltagsverkehr einer Stadt zu integrieren. Das ist eine Premiere f├╝r die Schweiz.┬╗ Autos, Ampeln, Spuren, Kreuzungen oder Velofahrer waren nur einige der Faktoren, die das Unterfangen so herausfordernd machten. Selbstredend fuhren deshalb Sicherheitsfahrer mit, die bei Bedarf manuell h├Ątten eingreifen k├Ânnen. ┬źWir wollten bewusst die Grenzen des Machbaren ausloten┬╗, f├╝hrt Boller aus. ┬źDadurch hat Mobility wertvolle Erfahrungen f├╝r die Zukunft sammeln k├Ânnen. Wir wissen jetzt, was es heisst, selbstfahrende Autos zu betreiben, regulatorisch durchzubringen und technologisch voranzutreiben.┬╗

Sensorik und Vernetzung als Knackpunkte

Die Grenzen des Machbaren waren in einigen Punkten jedoch schneller erreicht, als es den Projektpartnern (SBB, Mobility, ZVB, Technologiecluster Zug und Stadt Zug) lieb war. So brachte insbesondere die Sensorik des Shuttles grosse Herausforderungen mit sich. Man m├╝sse sich vorstellen, dass sie jede Bewegung auf und neben der Strasse registrieren w├╝rde ÔÇô sogar fallende Schneeflocken. ┬źDie Software muss dann in einem Wimpernschlag einordnen, was sie sieht, und entscheiden, wie sie reagiert. Also beispielsweise, ob das Fahrzeug nur leicht abbremsen oder einen Vollstopp hinlegen soll┬╗, weiss Boller. Da die entsprechende Technologie noch in einem fr├╝hen Entwicklungsstadium steckt, erreichte der Shuttle nur selten die gew├╝nschte, stabile Geschwindigkeit. Ebenso unumg├Ąnglich ist es f├╝r die Zukunft, Infrastruktur wie Ampeln so zu konzipieren, dass sie mit Fahrzeugen kommunizieren kann. ┬źNur dann wird es m├Âglich sein, selbstfahrende Angebote in urbanen Gebieten voranzutreiben.┬╗

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