┬źIch bin gespannt, ob es in 20 Jahren noch Fahrlehrer braucht.┬╗

Der Berner Fahrschulinhaber Daniel Fehlmann ├╝ber Nerven aus Stahl, das selbstfahrende Auto als Jobkiller und den Unsinn neuer Verkehrsgesetze.

09.11.2020

  • Mobility

  • Zukunft

Herr Fehlmann, Sie bringen anderen das Autofahren bei. Ein Traumberuf?

F├╝r mich ja. Bereits als Kind war ich fasziniert von Fahrzeugen. F├╝r mich bedeutet Mobilit├Ąt seit je her ein St├╝ck Freiheit. Trotzdem war mir mein erster Beruf als Chauffeur irgendwann zu einsam. Als Fahrlehrer kann ich mit Menschen zusammenarbeiten und meiner Passion nachgehen, die perfekte Kombination also.

Ich pers├Ânlich habe nicht nur gute Erinnerungen: Mein Fahrlehrer wurde des ├ľfteren laut.

Das sind keine idealen Voraussetzungen. Ein Fahrlehrer muss auch in heiklen Situationen ruhig bleiben. Ausserdem hat jeder Mensch andere Talente. Die einen lernen schnell, andere brauchen mehr Zeit und Geduld.

Schneller voran kommt sicherlich, wer privat ├╝bt. Was halten Sie vom entsprechenden Mobility-Lernfahrerangebot?

Ich empfehle das Mobility-Lernfahrer-Abo meinen Lernenden immer wieder. Schliesslich gibt es Familien ohne eigenes Auto, oder es fehlt ihnen an einer geeigneten Fahrzeug-Kategorie. Hier bietet sich Mobility als ideale L├Âsung an. Zudem gef├Ąllt mir pers├Ânlich die Carsharing-Philosophie, denn ein eigenes Auto ist teuer in Anschaffung und Unterhalt.

Sollten Fahrsch├╝ler die M├Âglichkeit nutzen, bei Mobility verschiedene Modelle zu buchen?

Es ist ein Vorteil, abzuwechseln. Langfristig macht das einen flexibler, erfahrener und selbstbewusster.

« Ich empfehle Mobility meinen Lernenden immer wieder. »
Daniel Fehlmann, Fahrlehrer

Seit Februar 2019 d├╝rfen Leute, die die Fahrpr├╝fung mit einem Automaten absolviert haben, auch geschaltete Autos fahren. Sehen Sie das als Sicherheitsrisiko?

Ohne spezifisches Training finde ich es gef├Ąhrlich, ja. Mir ist bis anhin allerdings niemand bekannt, der ohne Fahrstunden in ein handgeschaltetes Auto gesessen und losgefahren w├Ąre. Hierf├╝r ist das Handling im Vergleich zu einem Automaten zu unterschiedlich, angefangen beim Anfahren. Deshalb empfehle ich jedem, ein paar ├ťbungsstunden bei einem Fahrlehrer zu nehmen.

Ist es nicht so, dass Sie gegen diese Gesetzes├Ąnderung sind, weil Ihnen Umsatz entfallen k├Ânnte?

Die meisten meiner Kunden lernen weiterhin handgeschaltet, was ich ohnehin empfehle. Dadurch sind sie flexibel und k├Ânnen sp├Ąter problemlos auf Automaten wechseln. Unter dem Strich beansprucht die Automatenpr├╝fung weniger Lektionen, das stimmt. Was allerdings gleich viel ├ťbung braucht, ist richtiges und sicheres Verhalten im Strassenverkehr.

Das Auto ist f├╝r die j├╝ngere Generation kein Statussymbol mehr. Richtig?

Richtig. Die Zeiten, in denen einem die 18-J├Ąhrigen die Bude einrannten, sind vorbei. Ein eigenes Auto zu besitzen ist nicht mehr f├╝r alle gleich wichtig. Meine Kundschaft bewegt sich vor allem im st├Ądtischen Umfeld mit gut ausgebautem ├ľV. Hier stecken junge Leute oft in l├Ąngeren Ausbildungen. Ergo gilt es abzuw├Ągen, ob ein eigenes Fahrzeug in einer Stadt sinnvoll und bezahlbar ist. Wenn nein, schliesst sich der Kreis zu Mobility.

Wie vermitteln Sie umweltbewusstes Fahren?

Im Theorieunterricht thematisieren wir diese Frage ├╝bergeordnet: Wann macht das Auto als Verkehrsmittel Sinn? In welchem Fall ist der ├ľV zu bevorzugen? Auf der Strasse selbst ├╝ben wir, fr├╝hestm├Âglich zu schalten, den Motor vor Ampeln oder Barrieren abzustellen und vor allem vorausschauend zu fahren.

Apropos vorausschauend: Denken Sie, dass es Ihren Job noch lange geben wird?

Wieso meinen Sie?

Weil selbstfahrende Autos in den Startl├Âchern stehen.

Auf diese Entwicklung bin ich gespannt. Ich glaube, den klassischen Fahrlehrer braucht es sicher noch 10 bis 20 Jahre. Aber danach? Vielleicht ver├Ąndert sich unsere Arbeit hin zu Beratungst├Ątigkeiten rund um die Einf├╝hrung solcher Fahrzeuge. Ich schaue der Zukunft jedenfalls neugierig und positiv entgegen.

Fahrstunden bei Daniel Fehlmann: www.fahrschule-bern-west.ch

Das Abo f├╝r Lernfahrer, die Fahrpraxis sammeln wollen

Mit dem Mobility-Abo f├╝r Lernfahrer sammelst du schnell und unkompliziert Erfahrung im Strassenverkehr. F├╝r CHF 49 kannst du sechs Monate lang mit den Mobility-Fahrzeugen f├╝r deine praktische Fahrpr├╝fung ├╝ben.

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