Sharing Economy ist auch f├╝r Unternehmen sehr interessant

Sharing Economy, die COVID-19-Pandemie und E-Bikes: Das Mobilit├Ątsbed├╝rfnis der Schweizerinnen und Schweizer befindet sich im Wandel. Florian Weber ist Baudirektor des Kantons Zug. Im Interview gibt er Auskunft dar├╝ber, wie sich das ver├Ąnderte Mobilit├Ątsverhalten auf die Mitarbeitenden der Baudirektion auswirkt.

02.05.2022

  • Mobility

Mobility: Die COVID-19-Pandemie hat die Zusammenarbeit in vielen Teams in der ganzen Schweiz stark ver├Ąndert. Wie wirkt sich die Pandemie auf das Mobilit├Ątsbed├╝rfnis Ihrer Mitarbeitenden aus?

Weber: Wir sind verantwortlich f├╝r den Verkehr auf den Kantonsstrassen. Dabei erheben wir laufend Verkehrszahlen und analysieren, wie sich diese verhalten. In diesen Zahlen zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie. Gleichzeitig ver├Ąndern sich auch die Anspr├╝che und Anforderungen an unseren Betrieb. Die Homeoffice-Pflicht pr├Ągt das aktuelle Mobilit├Ątsbed├╝rfnis der Mitarbeitenden. Unser Team ist sehr heterogen. Viele arbeiten nicht im B├╝ro, sondern draussen vor Ort; andere ben├Âtigen spezielles B├╝roequipment. F├╝r jeden einzelnen Mitarbeitenden gilt es, passende Mobilit├Ąts-L├Âsungen zu finden.

Mobility: Welche anderen externen Faktoren haben die Mobilit├Ąt in Ihrem Unternehmen in den letzten Jahren gepr├Ągt?

Weber: Auch wir legen den Fokus auf erneuerbare Energien. Der Druck auf den Individualverkehr w├Ąchst. Unser Verwaltungsgeb├Ąude steht gl├╝cklicherweise nahe am Bahnhof, so besitzen wir einen guten Zugang zum ├Âffentlichen Verkehr. Im Sommer beobachte ich, dass viele unserer Mitarbeitenden mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, zunehmend auch mit dem E-Bike. Letzteres ist vor allem f├╝r alle, die weiter weg wohnen, eine gute Alternative. Die Baudirektion verf├╝gt zudem ├╝ber einen eignen Fahrzeugpark ÔÇô bestehend aus Mobility-Autos sowie wenigen eigenen Elektrofahrzeugen.

Mobility: Welche Entwicklungen erwarten Sie ausserdem aufgrund der ver├Ąnderten Mobilit├Ątsbed├╝rfnisse?

Weber: Aktuell wird das Gebiet rund um unser Verwaltungsgeb├Ąude verdichtet, hier in der Gegend entstehen somit noch mehr Arbeitspl├Ątze. Die Anzahl der Parkpl├Ątze bleibt jedoch auf aktuellem Niveau. Zuk├╝nftig gilt es deshalb zu kl├Ąren, wer ├╝berhaupt Anspruch auf einen eigenen Parkplatz hat. Aus diesem Grund gilt es, die ├ľV-Nutzung der Mitarbeitenden zu f├Ârdern.

Mobility: Die sogenannte ┬źSharing Economy┬╗ liegt im Privaten im Trend. Sehen Sie ├Ąhnliche Entwicklungen auch in der Arbeitswelt?

Weber: Ja, absolut. Sharing Economy bzw. die bessere Auslastung von Fahrzeugen ist f├╝r uns als Baudirektion, aber auch generell f├╝r Unternehmen sehr interessant. Mobility erm├Âglicht hier eine ideale, bed├╝rfnisgerechte Nutzung. Wichtig f├╝r uns ist vor allem, das Angebot an Fahrzeugen situativ an die Bed├╝rfnisse der Mitarbeitenden anzupassen.

Mobility: Angenommen, Sie k├Ânnten etwas an der Art und Weise, wie die Schweiz unterwegs ist, ├Ąndern: Was w├╝rden Sie tun?

Weber: Mobilit├Ąt ist ein Grundbed├╝rfnis des Menschen. Ob jemand nun eher zum Velo greift, mit dem ├ľV f├Ąhrt oder mit dem eigenen Auto unterwegs ist: All dies geschieht sehr individuell. Egal ob auf Schienen oder im Individualverkehr: Wir planen und bauen immer f├╝r die Spitzenzeiten am Morgen und Abend. In den ├╝brigen Zeiten sind die Z├╝ge und Strassen meist leer. Auch Fahrzeuge sind durchschnittlich nur mit 1,1 Personen besetzt. Oder einfach gesagt: K├Ânnte man diese Zahl auf zwei erh├Âhen, g├Ąbe es keinen Stau mehr. Wenige Firmen f├Ârdern aktuell, dass ihre Mitarbeitenden auf dem Weg zur Arbeit Fahrgemeinschaften bilden. Zu bedenken ist, dass der Kanton Zug seit vielen Jahren ein grosses Bev├Âlkerungswachstum aufweist. Dies hat zur Folge, dass der Kanton die Infrastruktur ausbauen muss. Und zwar f├╝r den ├ľffentlichen-, wie f├╝r den Individualverkehr. Es gibt aber sicher noch Potential, die Infrastruktur effizienter zu nutzen.

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